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Ehrungsabend des THW Ortsverbands Mannheim

Viele Gäste besuchten einen ereignisreichen Abend

Schon zum vierten Mal feierte der THW Ortsverband Mannheim seinen Ehrungsabend in der großen Multifunktionshalle der neuen Hauptfeuerwache. Nachdem am Vorabend schon die Verpflegung der Großübung der BOS in der Halle stattgefunden hatte, waren Tische und Stühle schon aufgestellt, so dass sich die fleißigen Helferinnen und Helfer samstagmorgens nur noch um die „Blaufärbung“ der Halle kümmern mussten. Mit Tischschmuck, Blumen und ein wenig Licht sowie den Materialien der Öffentlichkeitsarbeit, war dies schnell erledigt und so konnte vor dem Helferfast an sich jeder nochmal kurz zu Hause zum frisch machen vorbeischauen.

Abends kamen dann die zahlreichen Helferinnen und Helfer zusammen mit ihren Angehörige und zahlreichen Gäste aus Politik, befreundeten Hilfsorganisationen und Vertretern der Presse zusammen. Nach einem Sektempfang mit vielen guten Gesprächen leitete die Ortsbeauftrage Nicole Dudziak den offiziellen Teil des Abends mit einer kurzen Ansprache ein.

Sie übergab das Mikrofon an Bürgermeister Dr. Volker Proffen, der die offiziellen Grußworte der Stadt sprach. In seiner sehr fachkundigen Rede bedankte er sich für die Hilfe der Helferinnen und Helfer und betonte die Wichtigkeit des gut funktionierenden Schulterschlusses zwischen den Hilfs- und Katastrophenorganisationen. Anschließend übernahm Helfersprecher Arne Kuhnert die Präsentation des ersten Teils des Rückblicks auf die vergangenen Monate. Eloquent präsentierte er dem Publikum die vergangenen Einsätze und Technischen Hilfeleistungen.

Danach übernahmen Regionalstellenleiter Martin Pfisterer und Landessprecher Michael Hambsch die Ehrungen für besondere Leistungen im Ortsverband: Birgit Heikenwälder, Gruppenführerin der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung wurde mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz ausgezeichnet. Das Helferzeichen Gold erhielten Fachberater Sebastian Keppler, Helfersprecher Arne Kuhnert und der Gruppenführer der Fachgruppe Logistik-Verpflegung Falk Rothenaicher-Folz.

Der Jahresrückblick wurde mit den Übungen des Ortsverbands fortgesetzt, danach kamen Helfende auf die Bühne, die es zusammen auf knapp 400 Jahre THW-Zugehörigkeit brachten: Die Helfenden sind aktuell nicht mehr aktiv, haben aber in ihren früheren Dienstjahren einiges zum Erfolg des Ortsverbands beigetragen. Mit den Aus- und Weiterbildungen ging der Jahresrückblick weiter. Darauf folgten noch einmal insgesamt 90 Jahre THW: 40 Jahre ist der OV-Koch Michale Covella aktiv, 20 Jahre Fachberater Ralph Rudolph und jeweils zehn Jahre Birgit Heikenwälder, Karin und Liv-Marlee Rudolph.

Auch die Jugendarbeit durfte im Jahresrückblick nicht fehlen – auch hier fand Arne Kuhnert die richtigen Worte, um die Miniarbeit und die der großen Gruppe zu erläutern – immerhin fast 60 Kinder und Jugendliche arbeiten in den Jugendgruppen mit und lernen die Technik des THW kennen. In der Folge wurden die Ehrungen des Saarlands für die Unterstützung bei den Unwetterereignissen des Jahres 2024 an die vier beteiligten Helfer Lisa Hofmann, Philipp Spenner, Benjamin Wenker und Sascha Zimmermann vergeben. Gefolgt von den Ehrungen des Landesverbands für diejenigen Helfer, die sich an Ukrainehilfefahrten beteiligt hatten: Birgit Heikenwälder, Christian Platz, Katja Scheer und Sascha Zimmermann (nicht anwesend waren Yvonne Drinkuth, Stefanie Massi und Patrick Kuhn).

Nach dem Rückblick auf weitere Ereignisse im Ortsverband bedankte sich die Ortsbeauftragte Nicole Dudziak noch bei Marlene Keppler, Holger Lathomus und Erik Partsch, die sich in ihren Einheiten durch besonders hohes Engagement auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Danach ging es zum geselligen Teil des Abends über – das Büffet war eröffnet und hier hatte der Caterer wieder sein Bestes gegeben. Mit vielen interessanten Gesprächen wurde der Abend fortgesetzt, ehe gegen Mitternacht der Abend ausklang, da am nächsten Tag schon früh der erste Transsport der Wahlunterlagen vom Rathaus in das Briefwahlzentrum begann. Wir freuen uns, dass so viele Helfende unserer Einladung gefolgt sind, bedanken uns ganz herzlich für die Gastfreundschaft der Hauptfeuerwache und freuen uns schon jetzt auf eine Neuauflage in 2027.

Hierzu schrieb der Mannheimer Morgen (Peter W. Ragge):

Technisches Hilfswerk Mannheim: Überdurchschnittlicher Frauenanteil und besondere Ehrungen

Beim Technischen Hilfswerk in Mannheim liegt der Frauenanteil bei knapp 30 Prozent - weit über dem bundesweiten Schnitt von 17 Prozent. Welche Frau jetzt besonders geehrt wurde und was für Einsätze es im vergangenen Jahr gab.

Mannheim. Sie kann die Kettensäge, den Stromerzeuger und Pumpen bedienen, Sandsäcke stapeln, Boot fahren, war beim Hochwasser im Ahrtal ebenso wie in der Corona-Hilfe oder bei Hilfstransporten für die Ukraine im Einsatz: Birgit Heikenwälder. Für „außerordentliche Verdienste und außerordentliches Engagement“, so THW-Regionalstellenleiter Martin Pfisterer, hat die 38-jährige Chemieingenieurin nun das Helferzeichen in Gold mit Kranz des THW erhalten - eine der höchsten Auszeichnungen des Technischen Hilfswerks.

„Sie ist seit zehn Jahren dabei und eine engagierte Gruppenführerin“, so Nicole Dudziak, die Ortsbeauftragte der Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Sie umfasst in Mannheim 124 aktive Helfer - bei einem Frauenanteil von knapp 30 Prozent. Der liegt weit über dem bundesweiten Schnitt von 17 Prozent.

Zu den Aktiven kommt eine umfangreiche Jugendarbeit: 41 Jugendliche zwischen zehn und sechzehn Jahren hat die THW-Jugend. „Die ersten zwei Mädchen von den Minis sind inzwischen im aktiven Dienst angekommen: Sam Hauck sowie Liv-Marleen Rudolph“, hebt Dudziak hervor, dass sich die Jugendarbeit auszahlt. Derzeit gibt es 15 Kinder zwischen sechs und neundreiviertel Jahren. Allerdings musste das THW da wegen fehlender Räume und Betreuer einen Aufnahmestopp verhängen - das Interesse wäre größer.

Brände, Bombenfunde und ein Bundesligaspiel gerettet

Fast drei Viertel der aktiven Helfer leistet ehrenamtlich mehr als 120 Dienststunden pro Jahr. In der Summe kamen 2025 rund 26.000 Stunden zusammen - für Ausbildung, Übungen, Jugendarbeit ebenso wie für Einsätze. Zwar ist die Zahl der Einsätze leicht zurückgegangen - 2025 zwölf, in 2024 waren es 17. Oft sind es Bombenfunde oder Großbrände, bei denen das THW alarmiert wird, um entweder mit Lichtmasten und Aggregaten für Beleuchtung oder mit Radlader und anderem schweren Gerät die Feuerwehr zu unterstützen. Auch für Polizeikontrollen werden immer mal Lichtmasten des THW angefordert, ebenso nach der Amokfahrt am Rosenmontag 2025 für die sich bis in die Nacht hinziehende Beweisaufnahme. Der schnelle Aufbau von Zäunen zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest beschäftigte ebenso mehrfach viele THW-Helfer.

„Wir haben aber auch schon einen Teil dazu beigetragen, dass ein Bundesligaspiel wie geplant stattfinden konnte“, berichtet Helfersprecher Arne Kuhnert. Da war beim TSV Hockey ein Teil der Spielfeldbeleuchtung ausgefallen, und das Lokalderby gegen den MHC geriet in Gefahr, weil die vom Regelwerk vorgeschriebene Lichtstärke nicht erreicht war. Nachdem die Industrie- und Handelskammer (IHK) eingewilligt hatte, rückte das THW an - denn der freien Wirtschaft Konkurrenz machen darf die Hilfsorganisation nicht. Mit Netzersatzanlage und LED-Strahlern konnte das THW das Spiel retten.

Für Großeinsätze von Feuerwehr und Polizei wird auch immer mal wieder die Fachgruppe Logistik und Verpflegung des THW mobilisiert, die dann auf die Schnelle mehrere hundert Essen kochen kann - auch mitten in der Nacht. Der Aufbau des Teddybärkrankenhauses im Unteren Luisenpark, Unterstützung für die ehrenamtliche 72-Stunden-Hilfsaktion der Katholischen Jugend oder Transporte für die „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ zählen ebenso zum Einsatzspektrum. Immer öfter ist das THW auch an Schulen zu Gast, um über Katastrophenschutz zu informieren. Die THW-Jugend hat jetzt schon mehrfach mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das Kriegsgräberfeld auf dem Hauptfriedhof gesäubert und gemäht, Unkraut gezupft und Grabinschriften erneuert.

Zwei neue Fahrzeuge - aber zu wenig Räume

Auch über bessere Ausstattung durfte sich das THW freuen: Es erhielt ein neues Stromerzeugungsaggregat mit Lichtmast, einen neuen Mehrzweckgerätewagen als Ersatz für ein älteres Fahrzeug sowie ein Führungsfahrzeug. Noch nicht geklärt sind indes die Raumprobleme. Das 2011 gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsfeld bezogene Gebäude ist inzwischen zu klein, da die THW-Regionalstelle - also die hauptamtlichen Mitarbeiter - gewachsen ist und dadurch Räume fürs Ehrenamt knapp geworden sind.

Dabei leistet das THW „einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Stadtgesellschaft“, wie Bürgermeister Volker Proffen die Aktiven beim Ehrungsabend in der Hauptfeuerwache lobte. Der Bevölkerungsschutz basiere in weiten Teilen auf dem Ehrenamt. „Ohne Menschen wie Sie wäre die Leistungsfähigkeit nicht denkbar“, würdigte Proffen den Einsatz, die Kenntnisse und Erfahrung der Ehrenamtlichen.

Als besonders engagiert haben sich Arne Kuhnert (Helfersprecher), Sebastian Keppler (Fachberater) und Falk Rothenaicher-Folz (Gruppenführer) erwiesen, die nun das Helferzeichen in Gold tragen dürfen. Immerhin vier Jahrzehnte aktiv ist Michael Covella und Ralf Becker 25 Jahre. Michael Lansche, Stephanie Alles, Ralph Rudolph, Gerhard Ohrband 20 Jahre und Stephan Metz, Karin und Liv-Marleen Rudolph sowie Birgit Heikenwälder 10 Jahre. Nicht mehr aktiv bei Einsätzen dabei, aber dem THW seit vier Jahrzehnten oder länger und weiter eng verbunden sind Horst Heblich, Dorothea Heblich, Günther Jung, Christina Elsasser, Dirk Elsasser, Bernd Gerstle, Thomas Heckmann und Tobias Vögele.


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