Während die Fachgruppen Wassergefahren ihre Pontons zu einer Brücke zusammenbauten, stellten sich die Helfenden der Fachgruppe Logistik-Verpflegung zusammen mit einigen unterstützenden Kräften einer anderen Herausforderung: In der Spitze etwas über 300 Einsatzkräfte mussten an dreieinhalb Tagen mit je drei Mahlzeiten verpflegt werden - wie sagt der Volksmund: “Ohne Mampf kein Kampf”.
Während der Anreise der Fachgruppen Wassergefahren waren die Helfenden der Log-V schon am Aufbau der Verpflegungs- und Ausgabestation, ebenso mussten Lagermöglichkeiten, Spülmobil und Heißwassermodul aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Der Kühlanhänger war schon am Vortag angeschaltet worden, so dass bei der Anlieferung von Metzger, Gemüsehändler und Großmarkt die Kühlkapazität direkt zur Verfügung stand.
Gab es freitagmittags Wurst- bzw. Käsesalat mit Brötchen, um den Aufwand geringer zu halten, wurde es am Freitagabend schon etwas aufwändiger: Hamburger für knapp 300 hungrige Helfer, die tagsüber nach der Anreise schon ihre Plattformen aufgebaut und am Ufer vertäut hatten. Samstag war dann der große Tag des Brückenschlags und ab 06:30 Uhr wurde gefrühstückt, um rechtzeitig wieder auf dem Wasser zu sein. Das bedeutet für die Verpflegenden, die Kaffeemaschinen spätestens um 05:00 Uhr in Betrieb zu nehmen, um die Massen an Kaffee rechtzeitig fertig zu haben - ebenso wie die Aufschnittplatten und die übrigen Zutaten eines guten Frühstücks. Zur Überraschung vieler Übungsteilnehmer gab es frisch zubereitetes Rührei - wahlweise mit Champignons. Während der Aufbau der Brücke dann seinen Lauf nahm, wurde neben dem Spülen des Frühstücksgeschirrs das Mittagessen vorbereitet: Kesselgulasch und ein vegetarisches Gemüsegulasch. Nach und nach kamen die Helfenden der FG W zum Essen und ließen es sich schmecken - zum Nachtisch gab es Eis.
Kurze Zeit zum Verschnaufen gab es dann auch für die verpflegenden Helfer: Jeder konnte beim eigentlichen Schließen der Brücke dabei sein, da abends gerillt werden sollte - hier ist die Vorbereitungszeit eher kürzer, aber dann geht beim Grillen für über 300 Leute einiges an den Grills ab. Zu Feuer- und Bratwürsten sowie Grillsteaks gab es wieder eine vegane Variante - dazu Kartoffel-, Rettich-, Farmer- und Karottensalat - alle wurden mehr als satt und vertraten sich dann auf der blauen Meile noch ein wenig die Füße und ließen den Abend ausklingen.
Leider wurde der Abbau noch mehr als der Aufbau von Regenfällen begleitet, so dass sich mehr FG W zur Heimreise entschlossen als geplant. Der ein oder andere hatte vor der Veranstaltung davon geträumt, das Weißwurstfrühstück auf der Brücke einzunehmen - diese Idee ließ das Wetter sich in Wasser auflösen - alle Schleusen am Himmel waren geöffnet und die Helfer froh, dass es in der Fahrzeughalle trocken war. Sobald dann das Material an Land war, wurden die LKW beladen und einige traten direkt nach dem Mittagessen mit Paprika-Sahne-Hähnchen und einem leckeren Daal die Heimfahrt an - versorgt mit Lunchpaketen, falls die Heimfahrt länger als geplant dauern sollte. Der erste Teil des Kochteams verabschiedete sich nach einem Gruppenfoto ebenfalls zurück nach Mannheim, da die verbleibende Zahl an Kräften deutlich geschrumpft war. Ebenso fuhr ein erster Materialtransport zurück nach Mannheim - hatte man doch den Aufbau auch mit zwei Fuhren machen müssen, als am Wochenende vor Pfingsten die Übernachtungsmöglichkeiten gerichtet wurde und auch hier schon von Mannheim aus verpflegt wurde.
Für die verbliebenen Helfenden der Fachgruppe Logistik-Verpflegung hieß es noch ein Abendessen und am Pfingstmontag das Frühstück für alle zuzubereiten, die noch vor Ort waren. Um 14 Uhr war man schließlich im heimatlichen Rettungszentrum Mannheim Friedrichsfeld angekommen und stellte die Fahrzeuge ab. Am morgigen Dienstag wird aufgeräumt werden - und das Material für die in einer Woche beginnenden Materialprüfungen gerichtet werden.
Vielen Dank allen, die an diesem Wochenende sehr gut zusammengearbeitet haben - es war eine großartige Gemeinschaft, jeder hat jeden unterstützt, so dass jeder auch Pausen machen konnte. Vielen Dank dafür - das war SPITZE!!
Zur Übung an sich schrieb der SWR:
Das fiktive Szenario: Die Gemeinde Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) steht nach einem Starkregen unter Wasser, die Bevölkerung muss notversorgt werden. Fachkräfte des Technischen Hilfswerks sollen im Auftrag der Bundesregierung beim simulierten Katastrophenfall helfen. Sie trainieren, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Dazu waren über Pfingsten rund 300 THW-Expertinnen und Experten der Fachgruppen "Wassergefahren" aus ganz Süddeutschland angereist.
Die ehrenamtlichen THW-Helferinnen und Helfer hatten während der Großübung viele Aufgaben zu erfüllen. Sie mussten Unterkünfte errichten und für eine adäquate Strom- und Wasserversorgung sorgen. Vor allem aber galt es, eine 115 Meter lange Schwimmbrücke auf dem Neckar zu errichten, über die im Katastrophenfall die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden könnte.
22 Trucks lieferten dazu das Aufbaumaterial - die Hauptträger der Brücke sowie deren Fahrbahnplatten. An drei verschiedenen Standorten erfolgten die Montagearbeiten, danach wurden die Pontons zu Wasser gelassen und schließlich zusammengesetzt. Am Samstag gelang den Einsatzkräften gegen 16 Uhr schließlich der sogenannte "Brückenschlag" - Höhepunkt der Großübung.
Beim Einfügen des letzten Brückenelements auf dem Neckar war auch politische Prominenz zugegen. Mit ihren Gästen beobachtete THW-Präsidentin Sabine Lackner den Fortgang der Arbeiten von einer Fähre aus. Dabei lobte die Chefin von bundesweit rund 88.000 meist ehrenamtlich tätigen THW-Mitarbeitern das große Know-How ihrer Helferinnen und Helfer. Deren Expertise sei bei den verschiedensten Not- und Unglücksfällen nicht nur in Deutschland gefragt, erklärte Lackner.
Auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) betonte bei seinem Besuch die große Bedeutung der freiwilligen Helfer. Das THW sei ein "fester Bestandteil des Bevölkerungsschutzes" im Land, sagte Strobl, das Zusammenspiel zwischen THW, Feuerwehr und Landespolizei funktioniere "erstklassig".
Die Bevölkerung war am Samstag zu einem großen Aktionstag eingeladen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Chance, um sich über die Arbeit der Katastrophenschutzhelfer zu informieren. Es herrschte Volksfestatmosphäre. Viele Kinder mit ihren Eltern inspizierten das technische Equipment des THW sowie die ausgestellten Einsatzfahrzeuge. Die Hauptattraktion aber war der Brückenbau. Nachdem diese fertig war, machten sich Hunderte auf den Weg, um zu Fuß über die Schwimmbrücke zu flanieren. Am Sonntag wird das Provisorium wieder abgebaut, dann endet die THW-Großübung.

