10.03.2019

Sturmtief Eberhard: Einsätze für den THW Ortsverband Mannheim

Am Sonntag, den 10. März 2019, wirbelte Sturm Eberhard über Süddeutschland. Der THW Ortsverband Mannheim konnte seine Kompetenzen an zwei Einsatzstellen unter Beweis stellen.

Sonntag-Nachmittag, 10. März 2019, in der WhatsApp-Gruppe des THW OV Mannheim wird bereits spekuliert, ob ein Einsatz aufgrund des Sturmes Eberhard erfolgen wird. Und tatsächlich wird gegen 16:30 Uhr Alarm für den Zugtrupp und Voralarm für den restlichen Ortsverband ausgelöst.

Rund 20 Minuten später ist der Zugtrupp mit Ralph Rudolph als Zugführer und vier Helfern im Rettungszentrum einsatzbereit. Während der Zugführer zusammen mit Chris Lang (stellvertretender Ortsbeauftragter und Leiter des Leitungs- und Koordinierungsstabs (LuK)) die Einsatzlage mit der Feuerwehr abklärt und anschließend mit einem Unternehmen Material organisiert, bereiten die Helfer des Zugtrupps Funkgeräte und weiteres Material vor.

Kurz darauf informiert der Zugführer die Helfer über die Lage. An einer medizinischen Praxis wurde durch den Sturm ein über 15qm großes Schaufenster zerstört. Hier soll eine Notverriegelung geschaffen werden, um die Praxisräume vor Einbruch und Beschädigungen durch den Sturm zu schützen.

An einer zweiten Einsatzstelle wurde das Dach eines Hauses durch einen herabstürzenden Kamin eines Nachbarhauses über ca. 10qm zerstört. Ein Sparren wurde dabei so stark beschädigt, dass fraglich war, ob das Dach einsturzgefährdet ist.

Aufgrund der Anforderung seitens der Feuerwehr startete der Zugtrupp im Zugtrupp MTW mit Sondersignal zur Arztpraxis. Dort übergaben die Feuerwehrkräfte nach einer kurzen Besprechung die Einsatzstelle an das THW.

Nach Erkundung der Einsatzstelle wurden die Bergungsgruppen (B1 und B2) sowie die Fachgruppe Räumen alarmiert und entsprechende Einsatzaufträge verteilt. Während die Fachgruppe Räumen mit dem Kipper Material beschafft, sollen die Bergungsgruppen mit den Aufräumarbeiten beginnen. Es galt große und kleine Scherben der Scheibe zu entfernen, die Notverriegelung zu planen und die Einsatzstelle zu sichern.

Nach Eintreffen der Bergungsgruppen übergab der Zugtrupp die Einsatzstelle an die B2 und fuhr mit Sondersignal an die zweite Einsatzstelle in Neckarau. Dort erkundete der Zugtrupp zusammen mit der vor Ort befindlichen Feuerwehr die Schadensstelle am Dach des Mehrfamilienhauses. Anschließend wurde die Einsatzstelle wieder an das THW übergeben und die Feuerweher konnte zu neuen Einsätze abrücken.

Die Besitzerin des Hauses konnte beruhigt werden: es bestand keine Einsturzgefahr. Eine einfache Holzkonstruktion zum Abstützen des stark beschädigten Sparrens würde ausreichen. Mittels einer großen Plane sollte der Dachboden gegen eindringendes Regenwasser provisorisch geschützt werden.

Nun galt es Material beschaffen zu lassen (Fachgruppe Räumen) und die vorhandenen Kräfte auf die beiden Einsatzstellen zu verteilen. Daher wurde die Fachgruppe Räumen mit der Besorgungsfahrt für Material für beide Einsatzstellen beauftragt, die B1 sollte an der ersten Einsatzstelle die Notverriegelung aufbauen, die B2 das Material der Fachgruppe Räumen aufladen und dann abrücken zur zweiten Einsatzstelle und dort tätig werden.

Parallel wurde der Koch des Ortsverbandes mit der Zubereitung von Mahlzeiten für rund 30 Helfer beauftragt. Die Fachgruppe Beleuchtung wurde wegen des fortschreitenden Abends und der aufkommenden Dunkelheit alarmiert.

Nach einiger Zeit erreichte die B2 die Einsatzstelle mitsamt Material und begann mit der Arbeit. Die Holzkonstruktion wurde geplant, die Kanthölzer auf der Straße zurecht gesägt, nach oben in den Dachboden verbracht und dort in schweißtreibender Arbeit von den Helfern aufgebaut.

Inzwischen konnte die B1 die Fertigstellung der Notverriegelung melden und rückte ab in die Unterkunft.

Kurz vor Abschluss der Arbeiten am Dach erreichte der OV Koch die Einsatzstelle und verteilte ein sehr schmackhaftes Gulasch mit Nudeln an die Helfer.

Gegen 21:30 Uhr konnte der Rückbau erfolgen und die letzten Einheiten machten sich auf den Weg zurück zur Unterkunft. Etwas nach 22 Uhr hieß es dann offiziell: Einsatzende nach über 5 Stunden.

Alle Helfer sind wohlauf und freuten sich auf eine späte, aber glückliche Heimfahrt.


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