14.05.2022

Übung: Kollision zweier Flugzeuge über Mannheim

Mannheim, 14.05.2022. Für eine realistische Übung auf dem Flughafengelände in Mannheim-Neuostheim wurde die Kollision zweier Flugzeuge über Mannheim simuliert. Der THW Ortsverband Mannheim war gleich mehrfach im Einsatz. 17 ehrenamtliche Einsatzkräfte übten so den Ernstfall.

Zwei Kleinflugzeuge kollidieren in der Luft und stürzen ab. Ein Szenario, das weder alltäglich noch Routine sein könnte. Zum Glück ist dieser Unfall Teil einer Übung der Flughafen-Feuerwehr Neuostheim und des Technisches Hilfswerk. 

Dominik Weber, Truppführer der Bergungsgruppe und Philipp Nübel, Truppführer der Schweren Bergungsgruppe, haben diesen Einsatz geplant und organisiert.
Zwei Besonderheiten heute: die verunfallten Luftfahrzeuge sind tatsächlich vor Ort, die Einsatzkräfte können so an echten Maschinen üben. Und zwei Darsteller mimen mit realistisch geschminkten Verletzungen verunfallte Personen und können so den Grad an Realismus noch weiter erhöhen. 

Als die Alarmierung kommt, ahnen die Helfenden nichts. Sie wissen zwar, dass heute eine Übung stattfinden soll, aber wurden hierbei angeflunkert. Als dann um 9.15 Uhr die Smartphones der Einsatzkräfte plötzlich Alarm geben und der Einsatzort ganz woanders liegt, geht jeder davon aus, nun zu einem echten Einsatz zu fahren. Mit Sondersignal eilen die THW-Einsatzkräfte zum Flughafen. Da durch den normalen Samstagsdienst die Helfenden bereits im Rettungszentrum waren, treffen die Einsatzfahrzeuge bereits um 9.24 Uhr vor Ort ein.

Vor Ort kümmert sich die Flughafen-Feuerwehr um den Brandschutz, pumpt Treibstoff (in der Übung nur Wasser) aus den Tanks eines Flugzeugs ab. Die Einsatzkräfte des THW teilen sich auf zwei Einsatzstellen auf und kümmern sich um die Rettung der drei verletzten Personen.

Das Übungsszenario ist gewaltig: eine viersitzige Piper und eine zweisitzige Cessna kollidierten in der Luft und stürzten ab. Die Piper schlug in ein altes Werftgebäude ein, welches nun als einsturzgefährdet gilt. Im Keller des Gebäudes befindet sich aber eine verletzte Person, die gerettet werden muss. Diese ist in diesem Szenario aus dem Flugzeug geschleudert worden und in einen Lichtschacht gestürzt. Thomas Katzenmeier, Gruppenführer der Schweren Bergungsgruppe, ist für diesen Auftrag der Einsatzleiter und koordiniert seine sieben Einsatzkräfte. Es musste zunächst für Licht gesorgt werden, daher bauten die Einsatzkräfte ein Stativ mit Strahlern und ein Aggregat auf. Nun muss der Zugang zur Person gesichert werden: eine instabile Brüstung muss gegen Absturz gesichert werden. Erst dann können Einsatzkräfte, gesichert mit Gurten, zur verletzten Person vordringen und diese anschließend aus dem engen Schacht mittels schiefer Ebene und Spineboard retten.

Parallel dazu musste eine zweite Gruppe mit neun ehrenamtlichen Rettungskräften des THW die zweisitzige Cessna, die in Gesträuch an einem Erdwall gestürzt war, gegen Abrutschen sichern und sich um zwei verletzte Passgiere kümmern. Johannes Schmottlach, Gruppenführer der Bergungsgruppe, ist verantwortlich für diesen Einsatzabschnitt. Eine Person war untter dem Wrack verklemmt und musste vorsichtig aber zügig befreit werden. Kämpfte diese Person doch um das Überleben und musste durch Herzdruckmassage behandelt werden - zum Glück nur simuliert. 

Bereits um 11 Uhr waren alle Aufträge der Übung abgearbeitet und die Helferinnen und Helfer bauten zurück. Versorgt wurden nicht nur die THW-Kräfte, sondern - wie üblich - auch die Kräfte der Feuerwehr. Diese zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die Log-V auch vegetarisch, immer wieder sogar vegan, kocht. So wie heute. Und so konnten sich die Einsatzkräfte ab 12.45 Uhr mit Spaghetti Bolognese und veganer Kost stärken.

Um 15 Uhr war der Rückbau beendet und die ehrenamtlichen Kräfte kehrten zurück zum Rettungszentrum, wo gegen 16 Uhr dann Dienstende eingeläutet wurde. Auf dem Rückweg vom Flughafen sicherte noch ein Teil der Kräfte dann einen echten Unfall ab, sorgte also dafür, dass andere Autofahrende frühzeitig vor dem Unfall gewarnt wurden.

Philipp Nübel, neben Dominik Weber maßgeblich für die Planung und Durchführung der Übung verantwortlich:

"Besonders begeistert hat mich die Gastfreundschaft und das gute Zusammenspiel zwischen den Bergungsgruppen und der Flughafen-Feuerwehr. Jeder hat seine Stärken in dieser Übung ausspielen können, was zu einem schnellen und erfolgreichen Erreichens des Übungsziels geführt hat."

Die Zusammenarbeit mit den Kräften der Flughafen-Feuerwehr funktionierte sehr gut. Auch hier sind Übungen für die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall wichtig.

Der THW Ortsverband Mannheim bedankt sich bei allen Beteiligten, die diese Übung ermöglichten. 

Der Mannheimer Morgen berichtete ausführlich über die Übung:
www.mannheimer-morgen.de/orte/mannheim_artikel,-mannheim-was-tun-beim-flugzeugabsturz-gemeinsame-uebung-in-mannheim-_arid,1950658.html

 

 


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